Adam Neumann: Geschasster Wework-Gründer meldet sich mit Mega-Investment zurück

Adam Neumann: Geschasster Wework-Gründer meldet sich mit Mega-Investment zurück
Adam Neumann ist wieder da. Nachdem sich der Wework-Gründer den erzwungenen Abgang aus seinem Unternehmen mit 1,7 Milliarden US-Dollar vergolden ließ, war es lange still um den 41-Jährigen. Nun meldet er sich mit einem Investment zurück: 30 Millionen Dollar steckt Neumann ins Immobilien-Startup Alfred Club aus New York, das Dienstleistungen rund um Appartmentgebäude anbietet, vom Concierge bis zur Dokumentensoftware.

Immobilien waren eigentlich schon immer Neumanns Geschäft. Doch er wollte mehr, und das wurde zum Problem. Wework startete 2010 in New York als Anbieter von Coworking-Spaces. Freelancer und Firmen können hier Büroplätze oder gleich ganze Etagen mieten. Kein schlechtes Business, aber auch keines, das einen 47-Milliarden-Dollar-Börsengang rechtfertigen würde. Doch genau den plante Neumann für 2019. Also versuchte er, Wework als Tech-Firma zu positionieren – ein Garant für hohe Bewertungen –, die „das Bewusstsein der Welt auf eine neue Stufe heben“ sollte. Aus Wework wurde „The We Company“, neben Coworking sollten Appartments (Welive) und eine eigene Grundschule (Wegrow) Einnahmen bringen. Eine Vision, die der japanische Tech-Investor Softbank lange mit Milliardensummen nährte – und die sich dann als Illusion herausstellte.

„Betriebssystem für nächste Generation von Gebäuden“

Als das Unternehmen im Sommer 2019 seine Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht einreichte, brach die Kritik los: Wework sei keine Tech-Firma, sondern nur ein Immobilienunternehmen – und deswegen völlig überbewertet. Auch das Verhalten des Gründers warf Fragen auf, unter anderem weil er trotz IPO-Plänen kurz zuvor eigene Firmenanteile für 700 Millionen Dollar verkauft hatte. Der Börsengang wurde abgesagt und Neumann von seinen Investoren – allen voran Softbank – aus dem Unternehmen gedrängt. Nicht jedoch, ohne sich vorher eine Milliardenabfindung zu sichern, während Tausende Wework-Mitarbeitende ihre Jobs verloren.

Geld, dass der 41-Jährige nun offenbar durch Investments vermehren möchte. Alfred Club hat laut Bloomberg insgesamt fast 100 Millionen Dollar eingesammelt, betreut mehr als 100.000 Wohnungen und bezeichnet sich selbst als „Betriebssystem für die nächste Generation von Gebäuden“. Die ähnlich hochtrabenden Visionen des Gründers möchte man bei Neumanns altem Arbeitgeber offenbar endgültig vergessen machen. Diese Woche kündigte dieser einen „Meilenstein in den Bemühungen, sich aufs Kernprodukt zu fokussieren“ an: The We Company wird sich offiziell in Wework zurückbenennen.

Dieser Podcast erzählt in sechs Folgen vom Wework-Absturz

„Wecrashed“:

Dieser Podcast erzählt in sechs Folgen vom Wework-Absturz

Ein neuer Podcast erzählt vom Skandal um Wework und dessen Gründer Adam Neumann. Die sechs Folgen von „Wecrashed“ sind zwar gut produziert, haben aber auch Schwächen.

Bild: Getty Images / Noam Galai

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